• ALL AUSTRIAN METAL NIGHT

    Verein zur Förderung Österreichischer Metalbands

Die erste XXL.


Nach letzter Nacht ist der Gedanke daran, dass die ARENA WIEN geschlossen werden soll, noch viel absurder geworden. Jenes Konzert, wie man es am 9.9.2011 in der sagenhaften großen Halle erleben durfte, war einzigartig und phänomenal. Natürlich ist nicht nur die Location ein wichtiger Bestandteil einer gelungenen Partynacht, dennoch spielt sie eine große Rolle. Jeder, der schon mal da war, wird das mit Sicherheit bestätigen. Angefangen beim Eingang, der als eine Art Burgmauer scheint, lässt die Erwartungen hoch steigen. Wenn man der Pforte weiterfolgt, geht es ins Open Air Areal. Dort befinden sich eine riesige Stage und eine Senke für die Zuschauer. Umrandet ist die Zone von richtig guten Graffitis, wo man sehen kann, dass man für ordentliche Sprayarbeiten auch ein geniales Talent braucht. Der Eingang zu unserem Hauptspektakel des Abends führt uns dann zur „Großen Halle“. Wenn man den Weg nochmals ansieht, möchte man auf keinen Fall wissen, dass aus dem Platz, auf dem schon richtige Stars und Legenden gewandert sind, mal ein Heurigen für die ältere Generation werden könnte. Auf jeden Fall, geht es dann zu allererst um die Ecke, wo wir unsere Tickets holen und dann betreten wir den Pfad der ultimativen Nacht. Dieser führt zu den Eingangstüren wo jetzt endlich die ALL AUSTRIAN METAL NIGHT XXL ihren Anfang findet!

Den Start machten AS GOD CREATED, welche ihr Genre „pure fucking metal“ zu ihrer Lebensweisheit gemacht haben, und diese auch dementsprechend überzeugend dem Publikum miteilen konnten. Dass man bei dieser Art von Musik in der Menge keine Sms schreiben darf, wurde einem armen Langhaar deutlich klar gemacht, der sich auf einmal im Gemenge befand, und als pure fucking metal Opfer endete und im Moshpit unterging. Es war wirklich amüsant anzusehen, wie er versuchte den Überblick zu behalten, Sms schrieb und fleißig mit dem Kopf mitwackelte. Mit tiefen Growls, high Screams und schnellen Doublebase Lines übertrugen die Metal/Trashcorer aus Thomasroith ihre Leidenschaft von sich auf die Zuschauer. Während ordentlicher Umbauphasen ging es erstmal zur Bar, die sehr finster und interessant gestaltet ist. Auch ein extra Jägermeisterstand wurde in der Ecke zum Backstagebereich direkt neben der Bar aufgestellt, der den Weg zur Schank jedes Mal schwer machte, weil man nicht wusste, wohin man zuerst gehen soll.. Jägermeister - Bier..? Bier – Jägermeister.. ? Beides! Ein kleiner Insider für jene, die nach massenhaftem Bierkonsum erstmal nach Abwechslung suchen, ist der „Snakebite“. Ein exotisches Gemisch, aus Bier und Cider, versüßt mit Beerensirup, der einen interessanten Abgang im Gaumen verschafft. Nach dieser durstigen Exkursion in den Haupttrakt des Events, geht es auch schon weiter mit der nachfolgenden Band.

Die Metalchampwinner 2011 FOUR IN A CAGE fanden sich schließlich in üblicher Besetzung und abnormal viel Engagement und Begeisterung auf der großen Bühne wieder. Die ebenso Trash/Metalcorer versammelten auf einmal die Massen, die für die Rauchpause ins Freie gestürmt waren im Inneren der Arena und legten sich gleich voll ins Zeug. Mit Clearvoice und Growls holten die Jungs auch noch viele der Gäste, die sich tatsächlich auf den Bühnensitzplätzen verloren hatten mitten ins Event. Ganz ehrlich, wie kommt man dazu, dass man sich bei solch einem Fest „bewusst“ auf seinen Arsch setzen muss? Ist doch Verschwendung der Materie METAL. Außerdem gibt das so ein angenehmes Kribbeln in den Beinen, wenn Blastbeats den Boden erschüttern, und derbe Basstöne den Körper zum Shaken bewegen! Auf jeden Fall gaben FOUR IN A CAGE, die bereits in der ausverkauften „Szene“ Wien spielten richtig Druck und ließen natürlich keine Chance aus, um ihren Titel als verdient aussehen zu lassen. Perfekte Gitarrensoli, harmonierende Instrumente, sowie harmonische Voice-Duette zwischen Bassisten Stefan und Vocalisten Patrick. Die Empfehlung hierbei: Man sollte sich zumindest die Beispiellieder auf der Facebook Fanpage durchhören und sich überlegen, ob man sich nicht mal einen Live Auftritt der aufstrebenden Musiker ansehen will. Nach meiner „kleinen“ Tour zum Merchandise Stand verschlug es die Zuschauer wieder nach Draußen, wo das kühle angenehme Wetter die Schweißperlen auf den Häuptern der Banger verschwinden ließ. Auch dort konnte man Gesprächen folgen, welche die sensationelle Umgebung und Location für gut verhießen.

Nach dem Soundcheck erklangen dann schon Heavymetaleindrücke gemischt mit Oldschool Hardcore von EMILY'S BLEEDING. Das erste Auffällige, war der Bassist. In neuer Garnitur erschien FiaC Sänger Patrick aufs Neue und war nun als Co Voice und eben als Bassist tätig. Frontman Erwin war auch sehr sonderlich angezogen. Ihn schmückte ein Cappie und eine Sonnenbrille, in TRUEMETAL pink. Doch das Aussehen darf nicht ablenken von der bösen Power, die das fünfer Team von sich gab. Mittlerweile waren auch schon die ersten betrunkenen Verirrten unterwegs, die sich wahrscheinlich auf dem Weg ins Flex unabsichtlich zu einer wahren Festivallocation verlaufen haben. Doch auch diese mussten sich den Mächten der Finsternis beugen und mittanzen… Zwar auf eine ganz eigene Art, aber he .. Metal ist tolerant! Dass sich der Raum mit Adrenalin und Enthusiasmus füllte merkte man nicht nur an den Körperbewegungen, sondern auch an der Hitze, die in die Höhe schnellte. Für die Fans eher erträglich, aber für die Band, die stets dabei ist körperliche Höchstleistung zu verrichten, kann es ein wahrer Horror sein. So darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn einem etwa das Mikro aus der Hand rutscht, weil sich der Schweiß auf den Händen nicht mehr an den ebenso nassen Bandkollegen abwischen lässt. Metal ist tolerant, erinnert ihr euch? Außerdem ändert dieser kleine Faux-Pas keineswegs den genialen Auftritt, den ihr hingelegt habt - EMILY'S BLEEDING.

Etwa um 22.00 Uhr stand dann DEVASTATING ENEMY am Lineup. Die Melodic Death / Technical Metaller aus Niederösterreich starteten im Dunkeln mit einer hammermäßigen Show. Jörg, der eh schon dafür bekannt ist, eine Bombenstimmung in jede noch so große Halle zu bringen erschien auf einmal mit einem beleuchtetem Bass. Hallo? Grüne Lichter !! Phew Phew. Ein Augenschmaus, vor allem weil man sehr gut seine Griffe erkennen konnte, da die Finger über die einzelnen Leuchten drüber flogen, und diese eben für Sekundenbruchteile verdunkelt waren. Außerdem gibt es ein grandioses Bild, wenn die Frontmänner synchronbangend mit gleichem Stand auftreten. Die finsteren Gestalten auf der Bühne, rund um langdread Vocalist Daniel sind bestens eingespielt und geben mit Sicherheit auch noch in ferner Zukunft brutale Aspekte von extremen Death Metal und Trash Metal mit komplexen, fangenden Screams und melodischen Metal von sich. Mit Beendigung des Gigs stürmten wieder die ersten Massen durch die Ausgangstür, um die letzte Zigarette vor dem Highlight des Abends zu qualmen. Doch, dass das für viele ein logistischer Fehler war, wurde vielen dann bewusst, denn auf einmal war die Halle komplett voll. Sogar die stehfaulen, sitzenden „Partyhasen“ begaben sich nun auf ihre länglichsten Pfoten und suchten die Nähe zu ihrem Headliner der Show. 23.00 es war soweit!!

THE SORROW betrat die Bühne und ließ es gleich mal derbe krachen. Neben Tracks wie „where is the sun“ und „crossing Jordan“ wurden natürlich auch andere Traditionen eingehalten. So wurde der Fan des Tages ausgelost. Viele bewiesen ihr bestes Geschick um die Band und die Zuschauer zu beeindrucken, doch wurden sie alle von einer Person übertroffen. Denn es kann nur einen geben! Frei nach dem Highlander! Und zwar war dafür nur eine einfache Bewegung nötig, an denen sich wohl viele Grünschnäbel im Bettchen die Zähne ausbeißen – das Öffnen eines BHs. Genau, auf einmal flog ein BH quer über die Bühne, und das war nicht genug… Bassist Tobi war ohnehin schon Oben-Ohne, also nutzte er gleich die Spende der Gewandung und imponierte und posierte dann in seiner neuen Errungenschaft! Der Tagessieg wurde von einer Frau errungen – Gratulation.. *Träne wegwisch* Der Grund warum er oben rum nackt war, ist folgender… THE SORROW mussten doch glatt zum Helikopter aufrufen, heißt… Jeder, der auch nur ein bisschen Mitgefühl zur Band aufweist, muss sich das Shirt vom Leibe reißen, und damit kräftig in der Luft rumwedeln! Ja, das macht doch wirklich Spaß, den Leuten bei der „Arbeit“ zuzusehen. Zurück zur Musik… Awesome.. Can’t believe i’ve been there. THE SORROW live sind einfach um Spuren besser, Spuren, die man nicht in eine Cd reinbrennen kann, die man via Internet nicht mitrunterladen kann. Spuren, die man einfach nur live erleben kann. Lediglich eines gibt es zu beklagen. Wieso habt ihr nicht „Heaven is no place for us“ gespielt?! Verdammt!

Fazit. Die Nacht war der Bringer schlechthin, da hat einfach alles gepasst! Das Unglaubliche daran ist zusätzlich, dass der Eintritt zu den 5 Spitzen Liveacts mit nur ca 20€ für beinahe jeden leistbar ist.. Sogar für jene, die sich aufm Weg ins Flex verirren. Die Aftershowparty um etwa 2 Uhr war dann auch noch sehr interessant, vor allem weil man richtig viel mit den Bands plauschen konnte. Ich denke, dass ist das sympathische an solchen Bands.. Sie sind human, und auf dem Boden geblieben, freundlich und echt humorvoll – in einem Wort – True. Wenn es etwas zum Aussetzen gäbe, dann wäre es die pure Illusion die man in seinen Gedanken tragen muss, dass die Arena wirklich einfach dicht gemacht wird. Ich möchte mich bei den Veranstaltern der AAMN bedanken, und ihnen alles Gute bei den zukünftigen Verhandlungen wünschen, auf dass der Metal niemals ausstirbt! – und schon gar nicht in der Arena Wien. Das Herzstück muss weiterhin schlagen!

Location.

Arena / Große Halle

Datum.

09.09.2011

Bands.

THE SORROW, DEVASTATING ENEMY, EMILY'S BLEEDING, FOUR IN A CAGE, AS GOD CREATED